Yoga. Die Schwester von Ayurveda

Wer sich selbst erkennt, wird die Dinge auf eine Art und Weise verstehen, die nichts mit den äußeren Erscheinungen zu tun hat.

(Yoga Sutra 1.49)


Yoga ist weit mehr als den Körper in die „Kobra“ oder die „Heldenposition“ zu bewegen und ein Mantra zu singen. Yoga gehört, wie der Ayurveda, zu den ältesten Gesundheitssystemen der Welt. Auch Yoga hat seine Wurzeln in Indien und wird dort seit mindestens 3000 Jahren praktiziert.

Das Konzept von Yoga verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Körper, Geist und Seele sollen in Einklang gebracht werden. Durch Körperübungen (Āsanas), Atemübungen (Prāṇāyāma) und Meditationstechniken können sowohl positive Veränderungen wie körperliches Wohlbefinden und Vitalität, innere Gelassenheit und Harmonie als auch geistige Klarheit und Achtsamkeit erreicht werden.

In Deutschland wird Yoga seit Anfang des letzten Jahrhunderts unterrichtet. Nahezu vier Millionen Menschen praktizieren hierzulande regelmäßig Yoga.

(Vini-) Yoga

Der Yoga Stil in der Tradition von Sri T. Krishnamacharya (1888- 1989) wird auch (Vini-) Yoga genannt. Als einer der einflussreichsten indischen Gelehrten machte er etliche Studienabschlüsse, so unter anderem in Ayurveda Medizin und Sanskrit, erreichte alle Grade der sechs indischen Philosophien (vedische Darshans) und lehrte viele Jahre am Hofe des Königs als dessen Vertrauensperson, Ayurveda Arzt und als begnadeter Yoga Therapeut. Der Meister des Yoga brachte die jahrtausendalte Yoga Tradition glücklicherweise Anfang des 20. Jahrhunderts in den Westen.

Merkmale der (Vini-) Yoga Tradition

  • Den Menschen als Ganzes wahrzunehmen
  • Individuelle Betrachtungsweise
  • Maßgeschneiderte Schulungen / Programme
  • Die Übungen werden mit Worten (verbal) angesagt, visuell durch Beobachtung sprachlich und taktil korrigiert
  • Sanftes Berühren (taktil) zur Korrektur und Achtsamkeitsschulung. Sie soll dazu animieren, bestimmte Körperbereiche in den Fokus zu nehmen
  • Der/die Yoga Lehrer/in übt im Unterricht grundsätzlich nicht mit

Die individuelle Betrachtungsweise und die maßgeschneiderten Übungsprogramme führten dazu, dass Krishnamacharya große Erfolge bei vielen Beschwerden seiner Patienten und Schüler erreichte. Er selbst bezeichnete seinen Yoga Stil ganz einfach mit dem Namen Yoga. Nicht mehr und nicht weniger. YOGA. Viele Jahrzehnte war sein Sohn D.K.V. Desikachar (1938 - 2016) enger Schüler von ihm. Desikachar verfeinerte den Yoga nochmals für die moderne, heutige Zeit und unterrichtete wiederum Schüler im Westen, u. a. auch in Deutschland.

Wichtige, hier beheimatete Schüler, welche auch wieder als Yoga Lehrer zu nennen sind, sind R. Sriram, Dr. Imogen Dahlmann und Martin Soder (Berlin), sowie meine persönlichen LehrerInnen Alexandra de Neufville und Barbara Lehmann (Kassel) sowie Harald Homberger (Göttingen) und Gabriele Bilitewski (Hildesheim). Die absolut vertrauensvolle Lehrer-Schüler-Beziehung spielt im Yoga eine bedeutende Rolle. Die Anweisungen und Korrekturen des Yoga-Lehrers sollen zu einer Einheit von Körper, Geist und Seele als essentielle Grundlage des Lebens führen.

Yoga tut gut:

  • Yoga dient als Quelle der Entspannung
  • Yoga kann den Körper kräftigen und beweglicher machen
  • Yoga kann Schmerzen lindern und unterstützend während einer Erkrankung wirken z.B. bei Bluthochdruck, Burn-out, Depressionen, Asthma, Rheuma, Krebs
  • Yoga kann den Geist zentrieren, einem die Grenzen zeigen und den Weg weisen
  • Yoga ist Üben mit dem Körper, Atem holen und Meditation

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